Friday, 29 April 2011

Zwei Welten

Du atmest schwer...Dein ganzer Körper fängt zu zittern und zugleich auch zu schwitzen an. Es ist dir warm und zugleich frierst du auch. Du kriegst keine Luft mehr aber hast auch das Gefühl, dass deine Beine eingefroren sind. Ergebnislos versuchst du dich zu bewegen, die Decke von dir runter zu werfen. Es klappt nicht. Du bist wie angenagelt ans Bettlaken. Das Brennen im Hals wird unerträglich, es reizt deine Stimmbänder, deine Schleimhaut. Du willst jetzt aus ganzer Kraft schreien und nach Hilfe rufen, dass dich jemand erlöst, dass dich jemand aus diesem Alptraum rausholt, dich befreit. Doch du schaffst es nicht. Deine Stimme ist wie vom Feuer verbrannt. Und selbst wenn du schreien könntest....niemand würde dir zuhören. Deine Augenlider sind schwer wie Blei. Du schaffst es trotzdem deine Augen zu öffnen. Diese Gesichter, ständig diese grässlichen Gesichter, die dich anstarren, dich verspotten, dich auslachen, dich einfach erniedrigen und dir den Eindruck geben, dass du nichts wert bist, dass du nichts taugst, dass du einfach ein Nichts bist. Du versuchst wegzuschauen, aber kannst deinen Kopf nicht mehr richtig bewegen. Du bist gezwungen in die Augen dieser Monstergesichter zu schauen, diesen schmerzhaften Blick zu ertragen. Und ja, es schmerzt und es breitet sich in deinem ganzen Körper aus, als würde es Stück für Stück etwas aus dir herausreissen. Du schnappst nach Luft und denkst du könntest jetzt jede Minute ersticken. Dieser ständige Widerspruch von Gefühlen, kalt und heiß, Liebe und Hass, lachen und weinen, schreien und verstummen....Wann hat das ganze ein Ende? Wann? Du sammelst deine ganze Kraft die du noch hast, öffnest deine Augen ganz weit, versuchst in der dunklen Nacht einen Schimmer Licht zu finden, versuchst deinen Oberkörper in Schwung zu bringen, dich aus den Fesseln, die dich so fest halten, zu befreien....Doch du bist zu schwach....Etwas ist viel stärker als du. Du merkst, dass du weinst, weil deine Tränen wie eine heiße Lavaflut über dein schweißgebadetes Gesicht fließen. Es brennt wie die Hölle, du schließt die Augen, du schluckst die salzigen Tränen, du spannst deinen ganzen Körper an, hälst dich mit beiden Händen an der Bettkante fest, atmest noch einmal tief ein, das letzte Sauerstoffmolekül und dann.....dann schreist du auf einmal so laut, dass du dich selbst in diesem Geschrei, in diesem Hilferuf nicht mehr erkennst. So laut, dass deine Brust bald zu platzen droht, dass dein Hals anschwillt, dass deine Beine anfangen zu zittern. Du bist kurz vor dem Ausbruch....und auf einmal dieses Gefühl der Leichtigkeit, dieses Gefühl des Schwebenes. Du lässt dich ins nasse Bettlaken fallen, du lässt dich davon einwickeln. Der Schmerz ist weg, dein Körper fühlt sich leicht und geschmeidig an. Im Mund hast du nicht mehr dieses brennende Gefühl, sondern einen ganz sonderbaren Geschmack, den du aber nicht definieren kannst. Es ist süßlich, es schmeckt nach Zufriedenheit....es schmeckt nach Liebe.....Jemand streichelt deine Wangen, jemand berührt sanft deine blutigen Lippen, jemand streichelt dir durch das nasse Haar. Du öffnest deine Augen und siehst diesmal ein helles Gesicht, jedoch unklar, verschwommen. Es lächelt dir aber zu, es beruhigt dich. Du versuchst dich zu bewegen, aber bist zu schwach dafür. Ja, dieses schöne Gefühl der Geborgenheit, diese Hand auf deiner Stirn...sich endlich fallen lassen ohne dass man Angst hat.....Angst vor diesem inneren Schmerz, Angst dass alles wieder brennt, Angst, dass du in Stücke zerissen wirst.....Ja, dieses Gefühl.....du atmest noch einmal tief ein, hälst den Atem an und.....Stille.....(foto)

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