Tuesday, 3 May 2011

Das Musikorchester

Alles wiederholt sich: Momente, Träume, Gefühle, Erfahrungen. Vielleicht sind sie nicht identisch mit damals, aber alles kehrt wieder zurück. Was zu dir gehört, kann letztendlich keiner weg nehmen. Man wird es einfach nicht los, auch wenn man damit nichts mehr zu tun haben will. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich mich im Kreis bewege. Aber sehr langsam, in ganz großen Abständen und mit langen Pausen, die nicht Minuten oder Stunden, sondern Monate, ja sogar Jahre dauern. Ich bleibe stehen und kann nicht weiter. Das heißt es ist nun Zeit mal wieder an Erfahrung zu sammeln, Menschen zu treffen, Gedanken laut aussprechen und Emotionen loswerden. Mit der Zeit merke ich gar nicht mehr, dass ich stehen geblieben bin, denn alles ist noch neu, alles ist unerforscht und ich denke, ja, so ist das Leben, so muss es geschehen. Und dann kommt der Tag, wo du weiter musst. Nicht dass du es unbedingt willst, aber etwas schiebt dich nach vorn, manchmal zieht es dich aber auch nach hinten. Und die ganze Geschichte geht von neuem los: Gedanken, Gefühle, Menschen, einfach dein Leben. Tag für Tag, Jahr für Jahr. Und du denkst du sammelst eine andere Erfahrung, du wirst reich an Erinnerungen. Ja das denkst du. Und irgendwann mal bist du den ganzen Kreis gelaufen und triffst wieder auf die Menschen, die du irgendwann mal getroffen hast, du schreist wieder laut auf, wie damals, als du verzweifelt in der unbekannten Stadt gelandet bist, du lachst wieder von ganzem Herzen, du siehst alte Menschen sterben aber auch neues, frisches Leben auf die Welt kommen. Und du...du siehst das ganze, du bist dabei....

Manchmal habe ich den Eindruck, dass mein Leben ein Musikorchester ist, welches aber täglich ein neues Lied spielt oder komponiert. Mal ist es eine sanfte Symphonie, mal sind es nur laute Trommeln, mal ist es nur eine traurige Violine und ein anderes mal ist es ein richtiges Konzert. Doch auch das hat mal ein Ende. Jedes Stück wiederholt sich irgendwann mal, auch wenn ich mich nicht mehr daran erinnern kann. Ob ich es merke oder nicht, eine traurige Violine spielt immer im Hintergrund wenn ich stehengeblieben bin und nicht mehr weiter kann, eine Gitarre wenn ich an Menschen denke, dich ich liebe, eine Trommel wenn ich wütend bin, und das Klavier.....das Klavier ist irgendwie immer dabei. Ja, mein Leben und vielleicht auch deins, ist wie ein Musikorchester, das manchmal verstummt. Und dann ist Stille und ich kann nichts hören, außer der Tiefe und der Dunkelheit, die mich umgeben. Und ja, Tiefe und Dunkelheit kann man hören, denn auch das Nichts macht ein Geräusch, auch das Unbewusste und die Einsamkeit sprechen dich an, langsam und ganz leise, damit du jedes einzelne Wort verstehen kannst, damit du einsehen kannst dass du festgehalten bist und hilflos....Du drehst dich im Kreis, du kannst nicht raus, du kannst nicht raus. Hilfe! Lasst mich los! Du fängst an zu laufen, du siehst dein eigenes Bild, du siehst die Jahren die vergangen sind, du siehst die Menschen, die dich einmal geliebt oder gehasst haben...du kehrst wieder zurück. Lasst mich los! Ich will nicht mehr! Dann fängst du an zu laufen. Siehst du nicht? Du bist in einem Labyrinth, du kannst nicht raus, wir halten dich fest. Ich bleib stehen. Ich weiß nicht wo ich bin. Rings um mich herum Tiefe und Dunkelheit, ein plötzliches Summen, ein Geräusch, Licht, Licht, ich höre das Klavier spielen, immer lauter, immer näher.....Ich beginne zu laufen...(foto)

1 comment:

clanway said...

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