Saturday, 22 November 2014

Ein Fisch im Meer





"I'm going to life's bed awake, unaccompanied and without peace, in the ebb and flow of my confused conciousness, like two tides in the black night where the destinies of nostalgia and desolation meet." (F.Pessoa - The book of disquiet)


Als ich auf diesem Satz kam, bin ich lange Zeit mit dem Buch in der Hand geblieben, lange Zeit mit meinen Augen auf diesen einen Satz fixiert. Doch mein Blick lief viel weiter weg, viel tiefer, durchdringte die schwarzen Wörter auf dem gelblichen Papier, durchborhte das Buch, flüchtete daraus....flüchtet aus meinem Kopf, aus meinem Gedankengang, ja, mein Blick ging ganz weit weg in die Ferne, zurück in die Vergangenheit....Obwohl es ein sehr unruhiger Gedanke des Autors ist, ich konnte mich trotzdem da drin identifizieren. Sonst wäre ich da auch nicht so lange bei meiner Lektüre stecken geblieben. Wie Ebbe und Flut durchlaufen meine Gedanken und meine Gefühle meinen Körper und  lassen ihn nicht so richtig ruhen. Meeresgezeiten, die mich ständig nach vorn und zurück mitreißen. Die eine nostalgisch, die andere trostlos. Und wenn du nicht schwimmen kannst, wenn du dich nicht an der Oberfläche halten kannst, dann wird es schwierig. Dann wird deine Kraft auch schnell nachlassen. Zum Glück kann ich schwimmen....nur leider nicht gut genug. Doch ich halte mich an der Oberfläche, schwebe da so im Wasser, wie ein kleiner Fisch versuche ich gegen die großen Wellen des Lebens zu kämpfen, doch manchmal....ja manchmal lässt auch meine Kraft nach...und dann kommen sie, Ebbe und Flut. Bringen micht weit nach vorn und während ich denke, ich könnte endlich mal frei in dem großen Ozean schwimmen, werde ich mit voller Wucht gepackt und zurück geschwemmt. Am nächsten Morgen bist du müde und kraftlos. Du würdest weiter schwimmen. Doch jetzt stehst du da, so daziwschen, halb am Land, halb im Wasser. Ja, die Nostalgie hat manchmal eine unglaublich große Kraft. Schleicht sich wie ein Fuchs in deiner Gegenwart, legt einen Arm um deine Schulter und lässt für eine Weile auch nicht mehr los. Sie will dir auch nichts Böses, sondern sie verweilt nur da bei dir. Und alles was du fühlst ist eine gewisse Schwere auf den Schultern, du seufzt, guckst in die Ferne zurück, doch was willst du da noch finden? Irgendwann findest du dich damit ab, denn du weißt die große Welle kommt bald wieder, die Ebbe, die dich ebenfalls wie ihre Schwester, fest zupackt und dich weit ins blaue Meer wirft, wo du wieder, als kleiner mutiger Fisch zu schwimmen lernst....

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