Tuesday, 16 December 2014

Geschwindigkeit





Du läufst und läufst und wirst immer schneller. So wie dein Gedankengang. Weiß, schwarz, hier, dort, nah und fern. Richtig oder falsch, rechts oder links, blickst du zurück oder nur nach vorn? Im Kreis bleibst du manchmal stecken und suchst vergebenslos den Ausgang. Stimmen, lauter Stimmen und Geräusche. Du zündest eine Kerze an, jetzt hast du wieder Licht. Wieso bleibst du stehen? Du suchst noch was, willst es nicht zurück lassen, willst es mit dir nehmen. Aber wohin? Wo gehst du denn fort? Ah ja, du suchst dein Lächeln, das dir irgendwo auf dem Weg verloren gegangen ist. Und suchst du auch dein Gleichgewicht? Das hast du schon längst damals an der Kreuzung zurück gelassen. Ah ja, stimmt, ich habs vergessen, du magst es manchmal schon riskant zu haben. Oder doch nicht? Komm, die Kerze wird bald aufhören zu brennen, lauf doch los, bleib nicht stehen, geh aus dem Kreis heraus, mach die Tür zu und lass dein Koffer daheim. Da hast du sowieso nur die ganzen Sorgen drin. Rechts oder links? Stehen bleiben oder laufen? Ja oder nein? Du drehst dich immer schneller, es wird dir fast schwindelig. Halt dich fest! An was? Ja, das frage ich mich manchmal auch.....Aber halt dich fest, lass nicht los. Das Meer wird sich beruhigen, die Wellen werden auch mal ruhn. Schaffst du es? Hier, nimm meine Hand. Beeile dich, das Licht erlischt. Was suchst du denn?

Du läufst und läufst und wirst immer schneller. So wie dein Gedankengang. Weiß, schwarz, hier, dort, nah, fern. Es war dir nie bewusst wie schnell du laufen kannst. Ja, wir rasen manchmal einfach davon. Trotz Müdigkeit und brennenden Muskeln läufst du einfach weiter. Ob Nacht oder Tag. Wir alle suchen was. Das was vielleicht einmal war oder das was wir glauben oder hoffen zu finden.  

Du läufst und läufst und wirst immer schneller. So wie dein Gedankengang. Der Puls schießt in die Höhe, das Herz schlägt dir fast aus der Brust raus. Du hast keine Zeit mehr für den nächsten Atemzug. Deine Gedanken suchen sich den Weg aus deinem Kopf heraus. Lauf, lauf, lauf! Hast du Angst? Hier, nimm meine Hand! Was suchst du denn? Beeile dich, das Licht geht aus. Komm jetzt, noch einen Schritt, los, ich fang dich auf....spring!

Und dann der Fall...der Sturz in die Leichtigkeit. Dein Lächeln auf deinem Gesicht. Das Gleichgewicht in der Mitte deines Körpers....und die Kerze....das Licht, das eigentlich nie erlischt.

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