Thursday, 15 January 2015

Puls



Es gibt manche Lieder, manche Töne, manche Klänge, in denen man am liebsten versinken würde. Mit den einzelnen Noten verschmelzen, die Musik lauter und immer lauter stellen, damit man nichts mehr um sich herum hören oder wahrnehmen kann. Einfach mal gar nichts mehr. Nur diesen angenehmen "Lärm". Der sich den Weg durch deine Ohren sucht und sich tief in dein akustisches System einnistet. Diese Klänge, die sich durch jede einzelne Pore deiner Haut in deinem Körper verbreiten. Ja, manchmal liege ich da, meistens müde auf dem Bett und stelle die Musik, dieses eine Lied ganz laut hoch. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie ich mich leicht von meinem eigenen Körper entferne. Wie ich aus mir rausgehe, oder zumindest versuche da rauszugehen. Ich kann nichts anderes mehr hören. Es sind nur diese Pulsationen aus dem Lied, es sind die Töne, die meinen Körper innerlich in Bewegung bringen. Plötzlich fühle ich mich so leicht, als könnte ich durch das Zimmer schweben. Und dann kann ich irgendwann auch laufen, ganz schnell und ganz lange. Denn ja, auch das stelle ich mir manchmal dabei vor, wie ich pausenlos laufe, ohne stehen zu bleiben, ohne eine Sekunde ruhen zu müssen. Einfach weg, einfach davon. Ich weiß nicht wohin, ich weiß nicht wieso. Vielleicht von mir fort....Ja, dieses Bedürfnis den Körper fallen zu lassen, ihn hin und her auf der Melodie schwingen lassen und sich dabei so leicht, so unglaublich leicht fühlen zu können. Augen zu. Nicht einmal die eigene Atmung wahrnehmen, denn man atmet mit der Musik zusammen. 

Ich liege da und merke wie sehr ich dieses eine Lied bei maximaler Volumenstärke zu hören brauche. Mich darin verlieren. Mit jedem Ton wach gerüttelt zu werden. Mit jedem Puls und jeder Vibration der einzelnen Klänge aus dieser Gedankenwelt entführt werden....um trotzdem jedes Mal an meinem eigenen Puls erinnert zu werden....

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